Bayerns Urologen geben Startsignal für ASV-Teams
2017 wird der Gemeinsame
Bundesausschuss das ASV-Kapitel Prostatakarzinom schreiben. Das bayerische Aktionsbündnis Urologie sowie
regionale Klinikchefs haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die Strukturen und
Teambesetzungen von zunächst vier regionalen ASV-Teams in
Garmisch-Partenkirchen, Ingolstadt, Regensburg und Weiden festlegen will, um
für Tag X gerüstet zu sein.
Das Aktionsbündnis Urologie (ABU) – Dachverband der
bayerischen Urologen ist aus der Zusammenkunft aller urologischen Gruppierungen
in Bayern hervorgegangen und repräsentiert mehr als 80 % der im Freistaat
niedergelassenen Urologen. ABU-Vertreter und Chefärzte urologischer Kliniken
sitzen regelmäßig an einem Tisch, um sich mit einem fertigen Konzept auf
die ASV in Bayern vorzubereiten. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird nämlich 2017 die ASV-Richtlinien nach § 116b SGB V für das Prostatakarzinom festlegen. Im Rahmen einer ABU-Sitzung während der Tagung der bayerischen und österreichischen Urologen in Augsburg entstand kürzlich ein Positionspapier zur ASV.
die ASV in Bayern vorzubereiten. Der Gemeinsame Bundesausschuss wird nämlich 2017 die ASV-Richtlinien nach § 116b SGB V für das Prostatakarzinom festlegen. Im Rahmen einer ABU-Sitzung während der Tagung der bayerischen und österreichischen Urologen in Augsburg entstand kürzlich ein Positionspapier zur ASV.
„Uroonkologie gehört
in die Hände des Urologen“
in die Hände des Urologen“
Für Prof. Maximilian
Burger, Direktor der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef und
Lehrstuhlinhaber der Universität Regensburg, vertrat in Augsburg eine klare
Position: „Ich bin überzeugt davon, dass die Uroonkologie in urologische Hände
gehört. Gelegentlich brauchen wir den Onkologen, gerade in zertifizierten
Zentren. Trotzdem glaube ich, dass der überwiegende Anteil der medikamentösen
Tumortherapie in der Uroonkologie in die Hand des Urologen gehört. Beim
metastasierten Prostatakarzinom kann man davon ausgehen, dass der Onkologe uns
Urologen sehr wohl braucht.“ Mit molekularen Parametern und Big-Data-Mining
werden die Onkologen in Zukunft bedeutend mehr Steuerungsmöglichkeiten zur
Verfügung haben.
Burger zitierte aus
einer BDU-Mitteilung, derzufolge die Zahl der niedergelassenen Urologen
zwischen 2014 und 2015 um 0,6 % zurückgegangen ist. Nach Angaben der KV Bayern
seien trotzdem viele Regionen im Freistaat urologisch überversorgt.
Andererseits zeige ein Blick auf die Klinikkarte, dass die Versorgung
bestimmter Regionen sehr schwierig werde. Die medikamentöse Tumortherapie sei
in Bayern viel zu selten und die Weiterbildung keineswegs überall gesichert, so
Burger.
Dr. Dirk Potempa,
BDU-Landesvorsitzender Bayern-Süd und ABU-Vorstandsmitglied, schilderte den
aktuellen Stand in Sachen ASV: „Für das Prostatakarzinom gibt es zwei Alternativen:
Entweder machen wir Urologen es selbst oder die Hämatoonkologen machen es.
Deshalb wollen wir dafür sorgen, dass die urologische Onkologie unseren Händen
bleibt. Das primäre Ziel der ASV ist die engere Verzahnung der stationären
Versorgung mit der vertragsärztlichen Medizin. Im Versorgungs-stärkungsgesetz
wurden die schweren Verlaufsformen onkologische Erkrankungen Ende 2015
herausgenommen. In der Konsequenz bedeutet es, dass alle Prostatakarzinome in
die ASV eingebunden werden können.“ Alle Leistungen der Onkologievereinbarung,
so Potempa, werden innerhalb der ASV in Form von parallelen Abrechnungsziffern
vergütet. Ein Urologe, der an der ASV teilnimmt, kann onkologische Leistungen
nicht gleichzeitig im Rahmen der Onkologievereinbarung abrechnen.
„Beim Prostatakarzinom
ist es essenziell, dass wir Urologen proaktiv vorgehen. Wir müssen im Voraus
eine eigene Struktur planen und die Teamleitung vorgeben. Wichtig ist, dass die
Eintrittsschwelle für niedergelassene Urologen niedrig ist. Es ist wichtig, dass
alle Urologen eingebunden werden. Anlässlich des Hauptausschusses habe ich mit
dem BDU-Präsidenten Dr. Axel Schroeder gesprochen und betont, dass nicht nur
die Urologen mit Zusatzbezeichnung medikamentöse Tumortherapie an der ASV
teilnehmen dürften“, so Potempa. ABU und Klinikurologen beginnen in den vier
Regionen mit gut funktionierender intersektoraler Kooperation:
- Prof. Herbert Leyh, Klinikum Garmisch-Partenkirchen, mit niedergelassenen Urologen,
- Prof. Andreas Manseck, Klinikum Ingolstadt, mit seinem Urologen,
- Prof. Maximilian Burger in Regensburg mit seinen Urologen,
- Prof. Theodor Klotz in Weiden mit seinen Urologen
„Alle Urologen müssen
ASV-Teammitglieder werden“
ASV-Teammitglieder werden“
In der abschließenden Diskussion betonte Prof. Theodor
Klotz, Klinikum Weiden, die finanziellen Auswirkungen der ASV: „Wenn die
ASV-Teams feststehen, dann wird der KV-Topf der Übrigen um die
ASV-Honorarmenge reduziert. Die anderen Kollegen, die nicht Mitglied der ASV
sind, werden dieses Honorar verlieren. Über kurz oder lang werden ASV-Teams
Prostatakarzinom entstehen, ob mit oder ohne Urologen.“ Urologen sollten laut
Klotz aber auch dann Mitglieder im ASV-Team
werden können, wenn sie nicht an der Onkologievereinbarung teilnehmen. „Wir
müssen unterstreichen, dass alle Urologen Mitglieder in ASV-Teams werden
müssen. Sonst wird es im Flächenland Bayern Regionen geben, die nicht versorgt
sind“, warnte Klotz. Das aber sei gerade in Bayern ein starkes Argument. (fgr)

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