Die 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Andrologie beginnt heute in Saarbrücken an der Universität des Saarlands. Der Autor sprach deshalb mit dem Tagungsleiter Prof. Harry Derouet und dem
DGA-Präsidenten Prof. Hermann M. Behre über die Höhepunkte im Programm und –
auch für Urologen – wichtige Themen und Referenten.
Prof. Derouet, können Sie uns ein wenig Appetit machen auf die Jahrestagung
der deutschen Andrologen?
Derouet: Ja, sehr gerne. Das wissenschaftliche Tagungsprogramm wird ein breites interdisziplinäres Fort- und Weiterbildungsprogramm aus der Andrologie mit den Themenschwerpunkten Erektile Dysfunktion, Fertilitätsstörungen, Endokrinologie, Sexualmedizin und Reproduktionsmedizin umfassen. Auch fachübergreifende Berührungspunkte z. B. mit der Onkologie sollen thematisiert werden. Es ist eine Tradition, neue Ergebnisse der Grundlagenforschung vorzustellen und ihren Bezug zur klinischen Medizin dem Auditorium näher zu bringen. Wir rechnen mit etwa 300 Teilnehmern in Saarbrücken.
Könnten Sie ein paar Highlights aus dem
Programm verraten?
Derouet: Ein Höhepunkt wird sicher der
Vortrag von Prof. Eberhard Nieschlag aus Münster zur Rolle der Androgene beim
Doping im Spitzensport sein. Ein wichtiges Thema wird der Zusammenhang zwischen
Prostatakarzinomen und dem Testosteronersatz sein, über den Prof. Fritz Schröder referieren wird. Prof. Sabine
Kliesch wird über die Fertilitätsprotektion sprechen und Prof. Kathleen
Herkommer aus München über die Fertilität nach Beckenbodenoperation.
Bieten Sie auch Veranstaltungen zur
Fortbildung an?
Derouet:
Zum ersten Mal wird die DGA zwei CME-zertifizierte Seminare über Zusammenhänge
zwischen Andrologie und Onkologie anbieten. Urologische Teilnehmer können auf
unserer Jahrestagung auch Onkologie-CME-Punkte erwerben. Für die Weiterbildung
bieten wir außerdem Spermiogramm-Kurse und vieles mehr an.
Gibt es auch Vorträge über strittige medizinische
Themen?
Derouet: Ja, absolut. Matthias Trottmann
wird eine kritische Bilanz der Stoßwellentherapie sowie der
Katheterembolisation zur Behandlung der Erektilen Dysfunktion ziehen.
Was ist „Ihr“ Kongressthema?
Derouet: Prof. Carsten Ohlmann aus Homburg spricht
über die Nebenwirkungen des Androgenentzugs auf Knochen und Herz. Mein
persönliches Interesse sind osteoprotektive Therapien mit Bisphosphonaten oder
Denusomab. Ich bin deshalb sehr auf dieses Thema gespannt!
Prof. Behre, Ewa Rejpert-De Meyts aus Kopenhagen
zeichnet ein Zukunftsbild der Andrologie. Was erwartet uns?
Behre: Ich bin sehr gespannt, weil Frau
Rejpert-De Meyts eine international renommierte Expertin auf dem Gebiet der
Andrologie ist. Sie ist Herausgeberin internationaler Journale wie Andrology
und Journal of Andrology.
Der DGA-Forschungspreis wird sicher das Highlight für junge Andrologen
sein. Wie wird der Jahrgang?
Behre: Die DGA vergibt einen mit 10.000 Euro
dotierten Forschungspreis für junge Androloginnen und Andrologen. Die Deutsche
Gesellschaft für Andrologie hat etwa 600 Mitglieder, von denen 70-80 % Urologen
sind.
Prof. Klaus
M. Beier aus Berlin spricht über Sexualmedizin in der andrologischen Praxis – ein Highlight des Programms?
Behre: Ja, unbedingt. Er ist der
Experte für Dysfunktionen der Libido, der Erektion und des Orgasmus. Das ist
gerade für Urologen sehr interessant.
Gibt es weitere andrologische Themen?
Behre: Parallel bieten wir eine
Veranstaltung zur operativen Andrologie für die Urologen an sowie eine Veranstaltung
zur molekularen Andrologie für Grundlagenforscher.
Zum ersten Mal bieten Sie auf dem DGA-Kongress
Late Breaking News an. Was erwartet die Teilnehmer?
Behre: Die konkreten Themen sind natürlich
noch nicht bekannt, weil wir dieses Fenster der wissenschaftlichen Aktualität
bis kurz vor dem Kongress offen halten wollen. Diese neue DGA-Veranstaltung
soll die Teilnehmer mit frischen News versorgen, sodass sie bestens informiert
nach Hause fahren können. (Franz-Günter Runkel)

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