Dienstag, 27. September 2016

68. DGU-Kongress: Michel soll Hakenberg an der DGU-Spitze folgen



7.000 nationale und internationale Teilnehmer werden zur 68. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie ab dem 28.September im Congress Center Leipzig erwartet. Unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Kurt Miller wird das Dilemma zwischen Ökonomie und Qualität Leitthema des Kongresses sein. Verbandspolitisch stehen die Wahlen eines neuen DGU-Generalsekretärs, eines ersten BDU-Vizepräsidenten sowie eines neuen Vertreters der niedergelassenen Urologen im Vorstand der Fachgesellschaft im Mittelpunkt der Jahrestagung. Neuigkeiten sind in der Immuntherapie des Nieren- und Blasenkarzinoms sowie in der Bildgebung beim Prostatakarzinom zu erwarten. Erstmals bietet der Kongress Live-Streams aus ­Operationssälen des Universitätsklinikums Leipzig an.

„Die Medizin braucht dringend Wege aus dem Dilemma zwischen Ökonomie und Qualität“, so DGU-Präsident Prof. Miller, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik der Charité Berlin in einer Mitteilung der DGU-Pressestelle. „Und deshalb freue ich mich sehr, dass wir sowohl den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Prof. Josef Hecken, als auch den Leiter des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen, Dr. Christof Veit, und Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband, zu einer Round-Table-Diskussion im Eröffnungsforum in Leipzig begrüßen können.“

Mit insgesamt rund 100 Einzelveranstaltungen deckt die Jahrestagung praxisrelevante Fortbildungen sowie aktuelle Wissenschaftsnews in Dia­gnostik und Therapie auf allen Kern­gebieten der Urologie ab. Die perso­nalisierte Präzisionsmedizin steht im Fokus eines ersten Gemeinschafts­forums der DGU mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie.

 

Hakenbergs Bilanz nach sechsjähriger Amtszeit

 

 

Mit der Wahl des neuen DGU-Generalsekretärs endet die sechsjährige Ära Hakenberg (Foto oben).


An die Stelle des Rostocker Klinikdirektors soll Prof. Maurice Stephan Michel (Foto oben) aus Mannheim treten, der sich mit großem Erfolg am Aufbau der Akademie der Deutschen Urologen beteiligt hat. Prof. Oliver Hakenberg soll dem Vorstand als Vize-Präsident und Präsident bis 2019 erhalten bleiben. In seinem Abschlussbericht fasst Hakenberg die Veränderungen der Fachgesellschaft in den vergangenen Jahren zusammen:


  • Anstieg der DGU-Mitgliederzahl von 4.993 (2010) auf heute 5.843
  • stärkere politische Positionierung der DGU (Eröffnung eines Hauptstadtbüros, Öffnung für politische Themen, Aufhebung der strikten Trennung von Berufspolitik und Wissenschaft, Erweiterung des Vorstands um einen niedergelassenen Urologen)
  • fokussierte Förderung der Nachwuchsarbeit und der Forschung (UroEvidence, Arbeitsgemeinschaft Urologische Forschung, Eisenberger-Stipendien, Schüler-Veranstaltungen)
  • Straffung der Arbeitskreis-Struktur durch Implementierung einer gemeinsamen Geschäftsordnung
  • federführende Leitlinienarbeit und Publikation der S3-Leitlinien Prostata-, Nieren- und Blasenkarzinom)
  • Professionalisierung der Kongressorganisation durch organisatorische Standardisierung


Aber auch die praktische ambulante Urologie soll auf dem Kongress eine wichtige Rolle spielen. So befasst sich der Bund der Urologen am Donnerstag mit praktischen Fragen der Vernetzung im Zeichen der digitalen Medizin. Die kritische Bilanz der Fehlerkultur in der Urologie steht im Zentrum des berufspoltischen Forums von BDU und DGU am Freitag Vormittag.

  

„Praxistracks“ vermitteln  Wissen für Niedergelassene

 

Interessante Inhalte verspricht auch ein neuer Veranstaltungstyp dieses Kongresses, die sogenannten „Praxistracks“. In Teil 1 geht es am Freitag um praxisrelevante Aspekte der MRT-TRUS-Fusionsbiopsie der Prostata. Der zweite Teil befasst sich ebenfalls am Freitag mit Zukunfts­visionen der ambulanten Urologie. Beide Veranstaltungen sind sicher vor allem für niedergelassene Urologen interessant.

Rund 180 Unternehmen werden auf der begleitenden Indus­trieausstel­lung in Leipzig vertreten sein und innova­tive Medizinprodukte und -technik vorstellen. Einmal mehr gibt die medizinische Fachgesellschaft auf ihrem Kongress mit der Aktion „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“ Ober­stufenschü­lern aus der Umgebung die außer­gewöhnliche Ge­legenheit, die Welt der Medizin kennenzulernen. Außerdem, so die DGU-Pressestelle in einer ­Mitteilung, sind interessierte Leip­ziger eingeladen, sich auf einem kostenfreien Patientenforum am 1. Ok­tober 2016 im CCL über urologische Erkrankungen zu informieren.
(Autor: Franz-Günter Runkel, Fotos: Runkel, IDW)

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